Der Weg zum Wunsch vom Hausbau

Wir werden kein Haus kaufen, bestimmt nicht, wenn dann eine Wohnung für den Ruhestand. Und bauen schon gar nicht. Zu viel Risiko, zu teuer, zu viele Probleme.

Das zumindest war unser ursprünglicher Plan. Ein Haus zu kaufen oder zu bauen kam für uns absolut nicht infrage, da wir eigentlich nie Schulden machen wollten.

Wir wohnen in einer gemieteten 3-Zimmer-Wohnung in der Stadt im 3. Stock. Zu zweit war es absolut ausreichend, und mit dem ersten Kind dachten wir auch noch, dass es gehen würde. Als unser Baby auf die Welt kam, merkte man so langsam, dass die Wohnung zu eng wurde. Moderne 3-Zimmer-Wohnungen sind heute nicht mehr für Familien gebaut, sondern eher auf die Bedürfnisse von Paaren zugeschnitten, die sich drei Zimmer leisten können und zu Wohn- und Schlafzimmer noch ein Arbeitszimmer oder ähnliches möchten. Allein schon das Bad stellt einen mit Baby vor Herausforderungen, wenn man den Wickeltisch von einer auf die andere Seite wuchten muss, wenn man entweder auf die Toilette oder in die Dusche möchte. Als das Kleine. begann, mobil zu werden, machte sich der fehlende Abstellraum bemerkbar, da wir den getrennten Müll in der Wohnung aufbewahren mussten, bevor wir ihn zu den Wertstoff-Inseln bringen konnten – sehr interessant für Kinder und sehr anstrengend, sie von dem nicht besonders kindgerechten Spielzeug fern zu halten.

Also begannen wir, nach größeren Wohnungen zu suchen. Vier Zimmer und mindestes 90m² war der Wunsch, zudem sollten die Zimmer nicht die Größe von Besenkammern haben. Wir besichtigten einige Wohnungen und bekamen mit, wie viele Mitbewerber wir hatten – öfters sogar bis zu 100 Interssenten. Das Problem ist, dass in Vorarlberg derzeit vor allem die für Vermieter rentableren kleineren Wohnungen gebaut werden. Familientaugliche Wohnungen sind Mangelware. Auch in diversen Gruppen in sozialen Medien bekamen wir fast ausschließlich verzweifelte Hilferufe von Familien zu lesen, die eine neue Wohnung suchten, Angebote so gut wie nie. Den Vermietern waren wir dabei meist sympathisch und wir wenn wir unser Interesse bekundeten, bekamen wir auch meistens gesagt, wir wären in der näheren Auswahl. Nach einiger Zeit hieß es dann, wir hätten noch immer eine Chance, aber wenn das kinderlose Paar die 5-Zimmer-110m²-Wohnung nimmt, dann bekommen die sie.  Aus Vermietersicht ist es vielleicht nachvollziehbar, aber Familien werden durch solch eine Einstellung vor ein ziemliches Problem gestellt. Es wurde klar, dass wir eigentlich ein gutes Jahr zu spät begonnen hatten, nach einer Wohnung für eine Familie zu suchen. Das sollte man besser starten, bevor man eine Familie hat.

Ganz abgesehen von den horrenden Preisen im Ländle. Für eine 4-Zimmer-Wohnung in passablem gebrauchten Zustand und ohne Garten darf man schon gar nicht mehr unter 1.100 € suchen, mit Garten kann man nochmal 200-300 € drauf legen. Zusätzlich werden die Verträge nur befristet angeboten, weshalb man meistens alle 3 Jahre neue Vertragserrichtungsgebühren zahlen muss, in einem Fall wurde sogar nur von einem Jahr Befristung gesprochen. Und wenn es blöd läuft und der Vermieter den Vertrag nicht verlängert, dann sitzt man mit Baby auf der Straße und darf sich bei Facebook in die Riege der verzweifelten Hilfesuchenden einreihen.

Mehr durch Zufall klickte ich dann auf einem Immobilien-Portal auf die Suche nach Kaufobjekten. Ich schaute das Angebot durch und schickte meinem Mann ein paar davon. Obwohl wir das Thema Kaufen schon öfters besprochen und zu den Akten gelegt hatten, rechneten wir mal mit einem Finanzierungsrechner im Internet durch, was uns die günstigeren Häuser monatlich kosten würden. Interessanterweise landeten wir bei etwa dem, was wir derzeit für unsere Wohnung zahlen. Also beschlossen wir, mal auf gut Glück ein Reihenhaus anzuschauen. Das gefiel uns ganz gut, weshalb wir uns bei einer Bank beraten ließen bezüglich unseres Kostenrahmens. Dabei kam heraus, dass wir es uns leisten können, es allerdings für gebrauchte Häuser in der Regel keine Förderung vom Land gibt und damit selbst das Reihenhaus eigentlich zu teuer war.

Inzwischen hatten wir uns auch überlegt, ob es nicht sinnvoller wäre, eine Wohnung zu kaufen, doch dabei fiel uns auf, dass diese im Vergleich zu Einfamilienhäusern trotz höherer Förderung wieder so teuer waren, dass wir uns nur eine 3-Zimmer-Wohnung hätten leisten können, wir also genauso weit wären wie jetzt.

In diesem Immobilien-Portal hatten wir allerdings auch einen Hausvorschlag von Town & Country gesehen. Das Grundstück, das angeboten wurde, lag auf einem Berg und sagte uns deshalb nicht zu. Wir vereinbarten allerdings trotzdem einen Termin mit Markus Mader von BKS Massivhaus, dem Lizenz-Nehmer von Town & Country in Vorarlberg, um zu erfahren, ob trotz aller Vorbehalte Bauen eventuell doch in Frage käme. Im Vorfeld gaben wir an, dass wir einen begrenzten Kostenrahmen haben. Im Gespräch mit Markus Mader kamen wir darauf, dass sich tatsächlich ein kleines Einfamilienhaus bauen ließe mit unserem Budget, über das wir zuvor mit der Bank gesprochen hatten, und die Raten würden genau so liegen, als würden wir eine der besagten Wohnungen mieten. Voraussetzung dafür war allerdings, dass wir ein Grundstück finden, das von der Größe her passt, also 300-400 m² hat, und keine zu hohen Quadratmeter-Preise. Zu diesem Gespräch schreibe ich aber später mehr. Jedenfalls beschäftigten wir uns nun ernsthaft mit der Überlegung zu bauen.